Hallo ihr Lieben,

ihr glaubt nicht, was ich in den letzten Tagen alles so erlebt habe….daher braucht die Rezension über Wolf-Dieters Storl Buch „Der Selbstversorger“ sowie die Bilder aus dem Nutzgarten meiner Schwiegereltern noch etwas.

Ich muss vielmehr erstmal das Erlebte verdauen.

Wie einige von euch wissen bin ich gerade auf Jobsuche. Ich bin eine gut ausgebildete Frau mit Berufserfahrung und Studium. Und? Ich finde keinen Job. Von Freundlichkeit bis purer Horror war in den letzten beiden Wochen alles an Vorstellungsgesprächen dabei.

Auf viele Stellen erhielt ich nur eine knappe Absage. Das lag nicht an meinem Bewerbungsanschreiben oder meinen Qualifikationen, nein es lag daran, dass ich zu „überqualifiziert“ sei.

Kann man denn für etwas „zu überqualifiziert“ sein? Was verstehen diese Menschen darunter? Kack frech wurde ich auch des Öfteren gefragt, nachdem man mich zum Vorstellungsgespräch geladen hatte, ob ich nicht „unterfordert“ wäre bei dieser Stelle?

Was heißt denn nun wieder bitte „unterfordert“? Ich muss doch genauso hart ackern wie alle anderen auch. Ob ich jetzt eine Note besser in der Realschule abgeschnitten habe oder nicht ist doch total irrelevant. Es könnte doch auch gut sein, dass ich total der Theoretiker bin und praktisch nichts auf dem Kasten habe – um hier jetzt mal umgangssprachlich zu werden.

Immerhin bewerb ich mich doch auf die Stellen…… da werde ich mir doch vorher überlegt haben, welches Aufgabengebiet die Stelle umfasst…. tief durchatmen….

Achja und wenn es nicht die Frage nach der „Überqualifikation“ oder „Unterforderung“ ist kommt ein müdes Lächeln und dann: „Ja, ähm leben Sie in einer Lebensgemeinschaft“?

„Wie sieht Ihre Zukunft in drei bis fünf Jahren aus“?

STOP HALT ICH WEIß WOHIN ES FÜHRT!

Was geht die mein Privatleben an. Was geht diese Menschen an, ob ich mich mal für Kinder und Familie entscheide oder eben nicht! Und genau diese Fragen muss ich rechtlich gesehen in einem Vorstellungsgesspräch nicht beantworten – ich darf sogar lügen.

Während ich das also oft gefragt wurde malte ich mir Kopf aus wie es denn wäre, wenn ich einfach sagen würde:

„Ja, wissen Sie ich wusste das Sie das fragen würden. Daher hab ich Ihnen gleich eine Bescheinigung von meiner Gynäkologin mitgebracht. Ich habe mich nämlich vorsorglich sterilisieren lassen, sie sehen also, ein Kind kommt mir nicht in die Quere!“

Oder:

„Ja, ich habe keinen Lebenspartner sondern eine Lebenspartnerin….sie sehen also, mit Kindern klappt das nicht so ganz!“

Wollen denn alle angelogen werden?? Wollen Personaler veräppelt werden?

Ich bin eine Frau, das ist fakt und ich finde es schön eine Frau zu sein. Nur muss ich dafür auf eine Karriere verzichten? Oder schon vor der Karriere nicht den begehrten Job bekommen, weil ich eine „Frau“ bin? Und wie soll man bitte Kinder groß bekommen, wenn einem schon der Job vorenthalten wird, weil man Frau ist….

Armes Deutschland…und du fragst dich, warum du keine Kinder bekommst oder Frauen frustriert sind, dass sie a.) weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen, b.) kaum in Führungspositionen geraten.

DENK DOCH MAL NACH!!!

Daher an alle Frauen: Nicht unterkriegen lassen, Kopf hoch, Brust raus, seid was ihr SEID!

Frauengruppe

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